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Wann ist es sinnvoll, eine Zweitmeinung einzuholen?


Lesezeit: 5 Min.
Veröffentlicht in: Diagnostik am 28/11/2021

Ist eine Operation wirklich nötig? Wann ist der optimale Zeitpunkt? Reicht eine medikamentöse Behandlung aus? Ist das vorgeschlagene Implantat sicher und geprüft? Bei vielen Erkrankungen gibt es tatsächlich Behandlungsoptionen und verschiedenartige Fachmeinungen. Aber wann ist eine Zweitmeinung am sinnvollsten?

Viele Krankenversicherer übernehmen das Einholen einer Zweitmeinung und kooperieren mit einem der vielen Online-Portale, welche das digitales Einholen einer Zweitmeinung vereinfachen. Wichtig ist hier Transparenz und Uneigennützigkeit des Zweitmeinungsarztes.

Mit einer Zweitmeinung wird die Diagnose und die vorgeschlagenen Behandlungsoptionen überprüft. Sie stellen dazu die bereits vorhandenen medizinischen Dokumente zur Verfügung und nehmen eine zweite Konsultation bei einem Arzt in Anspruch. Nach eingehendem Studium, Gespräch und allenfalls weiteren Untersuchungen bestätigt er die ersten Befunde und Empfehlungen - oder eben nicht. Im zweiten Fall muss der Patient oder die Patientin selbständig entscheiden, welcher Meinung er oder sie folgen möchte, oder ob sogar eine dritte Meinung eingeholt werden soll. Das Internet bietet zusätzlich umfangreiche Recherche-Möglichkeiten (siehe Links unten).

Professionelle Ärzt*innen werden Sie in Ihrem Bedürfnis, möglichst viel Sicherheit und Information zu Ihrem Fall zu gewinnen, immer unterstützen und ein Einholen einer Zweitmeinung nicht übel nehmen.

Wann ist eine Zweitmeinung bei Herzerkrankungen sinnvoll?

Bei Eingriffen, bei starken Medikamenten mit Nebenwirkungen oder generell bei erheblichen Risiken ist eine Zweitmeinung empfohlen. Zudem wenn Sie keine klare Diagnose oder Therapieempfehlung bekommen haben oder die Therapie zu keiner eindeutigen Besserung des Zustandes führt. Auch wenn ihre Ärztin oder Ihr Arzt keine Fachperson im entsprechenden medizinischen Gebiet ist, kann eine Zweitmeinung von einer Fachperson wertvoll sein. 

Bei wem sollte man eine Zweitmeinung einholen?

Ein Zweitmeinungs-Arzt oder Ärztin sollte im erforderlichen Fachgebiet über viel Erfahrung verfügen und darin belegbare Expertise und Kompetenz ausweisen können. 

Fachpersonen finden Sie entweder über eine Internet-Recherche, über das Netzwerk Ihres Vertrauensarztes oder über Krankenkassen, welche interne Listen führen. Fast jede Krankenkasse ist auch Online-Services angeschlossen (z.B. meinezweitmeinung.ch, medi24.ch, medgate.ch) bei denen Zweitmeinungen online angefragt werden können. Auf welchen Grundlagen diese Ärzte und  Ärztinnen dabei als Fachpersonen aufgeführt werden, kann leider aber dort kaum herausgefunden werden.

Die problematische Seite des Zweitmeinung-Trends

Ein vermehrt aufkommendes Misstrauen gegenüber der Ärzteschaft, bezüglich Wissen oder Integrität, ist natürlich ein herber Schlag ins Gesicht jedes Mediziners, welcher sich integer für das Wohl seine Patient*innen einsetzt. Aber wie uns Skandale gelehrt haben, bleibt auch die Medizin nicht vor Missbrauch verschont. Jedoch muss bei dem heutigen Umfang des medizinischen Wissens jeder Mediziner, Doktor und Professorin eingestehen, dass es sehr herausfordernd ist, alles zu wissen und bei allem immer up-to-date zu bleiben. Auch für Ärzte und Ärztinnen hat ein Tag nur 24 Stunden. 

So kann ein Konsil bei einem Fachspezialisten oder einer Fachspezialistin angebracht und ganz im Dienst an Patient*innen sein. Auch wer klar kommuniziert, wenn eine Fragestellung ihre/seine Kompetenzen übersteigt, schafft Vertrauen. Ihre Vertrauensärztin oder Ihr Vertrauensarzt kennt im besten Fall eine Fachperson, an die Sie überwiesen werden können und kann deren Kompetenz über die bisherige Zusammenarbeit ebenfalls einschätzen.

Die Arbeitsweise unserer Kardiologen im Herzzentrum

Wir stehen Hausarztpraxen, Fachärzt*innen und Patient*innen regelmässig für die Abklärung spezifischer Fragestellungen in der Behandlungen und Diagnostik zur Verfügung. Als Konsilium ist dies als fachliche Unterstützung ihrer medizinischen Vertrauensperson zu sehen. Wir pflegen dabei langjährige, integere und transparente Beziehungen zu unseren Partnern.

Auch stehen wir für Zweitmeinungen zur Verfügung, die auf anderem Weg zustandekommen, sowohl durch Studium Ihrer medizinischen Berichte und Unterlagen, als auch mittels einer Konsultation vor Ort. Es ist uns immer ein grosses Anliegen, allen Patient*innen transparente und umfangreiche Information über die Diagnostik und vorgeschlagene Therapie zu geben. Ob Sie nun bei uns Ihre Behandlung bekommen oder woanders, macht dabei keinen Unterschied.

Ihr Fall wird im Herzteam interdisziplinär begutachtet

Im Falle eines stationären Eingriff wird Ihr Fall in der Regel im "Herzteam" der Klinik im Park besprochen - ein interdisziplinäres Team aus klinischen und interventionellen Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten verschiedener Schulen und unterschiedlicher Erfahrungshintergründe. Das Herzzentrum entscheidet bei der Vorabklärung stationärer Eingriffe also auch unter Einbezug der Erfahrung anderer Spezialisten.

Folgende Punkte kann jede/r Patient*in im Rahmen einer Konsultation erwarten

  • Darlegung Ihrer Optionen bei den Behandlungsmöglichkeiten
  • Die Chancen und Risiken der Behandlung, deren Einfluss auf Ihr Leben und die Wahrscheinlichkeiten dafür
  • Die Behandlungsoption, die für Sie am geeignetsten ist
  • Was Sie konkret tun können, um Ihre Gesundheit zu positiv zu beeinflussen
  • Die Aussichten, wenn die Beschwerden nicht behandelt werden oder wenn Sie mit einer Behandlung zuwarten

Expertise und Kompetenz aus mehreren Jahrzehnten Erfahrung

Natürlich sind auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zentral; trotzdem ist Ihr Fall immer individuell und manche Fragestellungen ein feines Abwägen verschiedener Faktoren. Mit Prof. Dr. Johannes Waltenberger erhalten Sie die Expertise aus drei Jahrzehnten in der universitären Spitzenmedizin und Zugang zu den aktuellsten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Gleichzeitig steht Ihnen mit Dr. Olaf Franzen ein Pionier der katheterbasierten Herzklappentherapie mit der Erfahrung von über 1000 Eingriffen zur Verfügung.

Besprechungen über die diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen können dann gemeinsam, gerne auch in Anwesenheit Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, eines engen Verwandten oder einer anderen Vertrauensperson getroffen werden.

Uns ist Integrität wichtig, d.h. führen wir keine unnötige Diagnostik, Labortests oder Eingriffe durch. 

Laden Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin gerne dazu ein, uns für ein Konsil oder eine Zweitmeinung anzufragen. Wir schätzen die medizinische Zusammenarbeit im Netzwerk.


Gute generelle Tipps für Patient*innen bei ernsthaften Eingriffen

Folgende Tipps finden sich auf der Website des Vereins welches-spital.ch und fassen wir hier sehr verkürzt zusammen

  • informieren Sie sich möglichst umfassend über ihre Erkrankung und die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten
  • nutzen Sie diese Information als Ergänzung und nicht Ersatz zu der Besprechung mit Ihrem Arzt
  • suchen Sie im Internet nach verschiedenen Sichtweisen, kritischen Kommentaren, Alternativen, längerfristigen Wirkungen
  • bedenken Sie bei Information von Ärzten und Spitälern, dass diese auch wirtschaftliche Betriebe sind, die Patienten gewinnen möchten
  • nutzen Sie Foren zu Ihrem Krankheitsbild
  • bleiben sie kritisch gegenüber einseitigen und extremen Meinungen, Einzelmeinungen und nicht-wissenschaftlichen Methoden
  • Bereiten Sie sich auf die ärztliche Besprechung mit Fragen vor (Vorschläge siehe hier)
  • Wenn keine Dringlichkeit besteht, lassen Sie sich Zeit, z.B. für eine Besprechung mit Ihren Vertrauten
  • weniger ist manchmal mehr (nicht-invasiv statt invasiv)
  • bleiben sie auch im Spital selbstbewusst
  • nutzen sie im Bedarfsfall eine Patientenverfügung


Nützliche Links

Spitalvergleich Schweiz

5 Fragen an Ihren Arzt

Top 5 Liste der überflüssigen medizinischen Massnahmen

Patientenstelle Schweiz

Ratgeber Zweitmeinung Stiftung SPO Patientenschutz

Stiftung SPO Patientenschutz

Dachverband ProRaris - Allianz seltener Krankheiten

Cochrane Training "Evidenz basierte Medizin"


Fragen und Antworten zum Thema Zweitmeinung

Gerne stehen wir Ihnen für Zweitmeinungen zur Verfügung. Gerade bei grösseren Eingriffen mit Risiken oder Medikamenten mit Nebenwirkungen oder wenn Sie einfach noch die Einschätzung und Expertise eines erfahrenen Kardiologen einholen möchten, kann eine Zweit- oder sogar Drittmeinung sehr wertvoll sein.

Wir stehen Facharzt- und Hausarztpraxen sowie ihren Patienten*innen bei aufkommenden Fragen auch regelmässig für Konsile zur Verfügung.

Sie auch: Information für Zuweiser und "Wann ist eine Zweitmeinung sinnvoll?"

Dr. med. Olaf Franzen

Hamburg, London, Kopenhagen, Hong-Kong, Singapur und Zürich - Dr. med. Olaf Franzen nimmt als Spezialist für interventionelle Kardiologie und Pionier der minimal-invasiven Herzklappentherapie katheterbasierte Interventionen am Herzen seit mehr als 20 Jahren in bedeutenden medizinischen Zentren dieser Welt vor. Er steht Ihnen für das gesamte Spektrum der ambulanten / stationären Diagnostik und Behandlung zur Verfügung. Sprachen: Deutsch, Englisch. Verstehen: Dänisch, Niederländisch

Prof. Dr.med. Johannes Waltenberger

Als Professor für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie sowie als interventioneller Kardiologe verfügt Prof. Dr. med. Johannes Waltenberger über eine 30-jährige Expertise in Forschung und Praxis mit internationaler Anerkennung. Er steht Ihnen für eine solide, humane und zugleich auch wissenschaftlich begründete und innovative Diagnostik und Behandlung zur Verfügung. Sprachen: Deutsch, Englisch, Niederländisch

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